Wettbewerb naturnaher Garten 2021

 

Im Sommer veranstalten wir einen Wettbewerb naturnaher Garten in den Landkreisen GAP und WM-SOG. Im Vordergrund stand dabei Lebensräume für heimische Pflanzen und Tiere anzubieten und damit die Artenvielfalt zu fördern. Bewertungskriterien waren u.a. Bepflanzung, Wiese/Freiflächen, Teich, Lebensräume und Nistplätze für verschiedene Arten, Versiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung und die Art der Pflege.

Es beteiligten sich 36 Gärten, die alle besichtigt wurden. Alle Gärten wurden gleichzeitig für das Pilot-Projekt „vogelfreundlicher Garten“ von LBV und Landesamt für Umwelt (LfU) bewertet und erreichten die erforderliche Punktzahl zur Auszeichnung mit einer Plakette.

Die Siegerehrung fand im Herbst im Rahmen eines öffentlichen Vortragsabends statt. Bernadette Wimmer, die Garten-Kreisfachberaterin des Landratsamtes GAP erklärte in ihrem Vortrag wie man mit kleinen Maßnahmen schon viel für die Natur bewirken kann. 

Vielen Dank an alle Teilnehmer. Durch diesen Wettbewerb bekommen solche Gärten mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung, hoffentlich auch von bisher uneinsichtigen Nachbarn.

 

unten v. li. die drei Sieger: Georg und Brigitte Bosch, Wilma Fischer und Christine Bartl zusammen mit Hans-Joachim Fünfstück – LBV und Tessy Lödermann – stellvertr. Landrätin, oben v. li. Bernadette Wimmer, Anke Brüchert – LBV, Michaela Spindler – LfU, Brigitte Wegmann – LBV.

Foto: Carola Bria

Kampagne „Vogelfreundlicher Garten“ 2022

 

Vielen Dank an alle Teilnehmer. Durch diesen Wettbewerb bekommen solche Gärten mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung, hoffentlich auch von bisher uneinsichtigen Nachbarn. Machen Sie mit bei der Auszeichnung für bayerische Gärten!

Nach der Pilot-Phase 2021 startet der LBV und das Bayerische Artenschutzzentrum des Landesamts für Umwelt die bayernweite Kampagne ab Anfang 2022. Es werden naturnahe und vogelfreundliche Gärten mit einer Plakette ausgezeichnet. Diese soll ein Dankeschön sein und andere GärtnerInnen inspirieren, ihre Gärten ebenfalls in „Vogelparadiese“ zu verwandeln. 

Um möglichst viele Gärten bewerten zu können, sind wir auf der Suche nach ehrenamtlichen MithelferInnen, die Gärten auszeichnen, sowie GartenbesitzerInnen, die ihre Gärten bewerten lassen möchten.

Für alle, die Interesse haben, Gärten zu bewerten, gibt es am 11. Januar einen Online-Infoabend. Mehr Infos und Anmeldung unter www.vogelfreundlichergarten.de Für die Gartenbewertung braucht man nur ein wenig Grundkenntnisse zu Gartenvögeln und naturnahem Garten und ein paar Stunden Zeit im nächsten Sommer. 

 

Foto: Carola Bria

 

AK Naturfotographie – Aktive gesucht

 

 

 

Wer hat Lust, in der Gruppe tolle Aufnahmen in der atemberaubenden Natur zu machen, neue Tricks für noch schönere Bilder zu lernen oder sein Wissen an andere weiter zu geben? Wo findet man wann die besten Motive,ohne zu stören? Dafür ist eine gute Arten- und Naturkenntnis von Vorteil.

 

Für alle jungen und Junggebliebenen, Anfänger und Könner.

 

Bei Interesse bitte melden: gap@lbv.de oder 08821-73464

 

 

 

Mit besonderen Naturfotos wie diesem Bild, könnte eine Ausstellung oder ein Kalender entstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Grünspanbecherling (chlorociboria sp.) zwischen Staffelsee und Westried
Foto: B .Faas

 

CIPRA-Alpenpreis für Dr. Einhard Bezzel

 

Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA Deutschland verlieh am 09.10.2020 den Deutschen Alpenpreis an Dr. Einhard Bezzel für seine besonderen Verdienste um die Erforschung der Vogelwelt in den Alpen, den Aufbau von Langzeitmonitoringprogrammen zur Bewertung des Artenrückgangs und die vielfache Aufbereitung von Wissen über die Vogelwelt für Laien und Fortgeschrittene. Naheliegend, dass der Vorschlag für diese Auszeichnung vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) als Mitgliedsverband der CIPRA kam, war er doch LBV-Vorsitzender in den 1960er Jahren.

 

Der ausgebildete Lehrer für Biologie, Chemie, Geografie und Sozialkunde war langjähriger Leiter der Vogelwarte in Garmisch-Partenkirchen und ist immer noch Autor vieler ornithologischer Bücher.

 

Axel Doering, Präsident von CIPRA Deutschland, freute sich den Preis im Rahmen eines „kleinen“ Fachsymposiums in Ohlstadt zu übergeben. Dabei hielten Prof. Dr. Franz Bairlein einen Vortrag über den Vogelzug über die Alpen und Dr. David Jenny von der Schweizerischen Vogelwarte nahm den Steinadler in den Fokus. Bezzel selbst ließ es sich nicht nehmen bei seinem „eigenem“ Symposium den Vortrag „Buchfinkenzählen – nur reiner Seniorensport?“, beizutragen

Dr. Norbert Schäffer, erster Vorsitzender des LBV, würdigte in der Laudatio zur Preisverleihung dabei nicht nur Bezzels Leitungen für die Vogelwelt in den Alpen, sondern auch seine dauerhafte enge und für den Verband für Arten- und Biotopschutz wertvolle Verbindung zum LBV. Er betonte, dass Bezzels Lebensleistung ihres Gleichen sucht, hat er doch die Weichen für eine moderne Vogelkunde in Bayern gestellt und die Ornithologie „salonfähig“ gemacht.

 

Das Bild zeigt von links: Dr. Norbert Schäffer, Prof. Dr. Franz Bairlein, Dr. David Jenny , Preisträger Dr. Einhard Bezzel und Axel Doering; Foto Fünfstück

 

Ein Beitrag über Dr. Bezzel findet sich aktuell in der BR-Mediathek

 

 

Anlage eines Blühstreifens an der Biologischen Station Murnauer Moos am 23.10.20

 

Gemeinschafts-Aktion der Natur-Kindergruppe „die kleinen Moordrachen“, von LBV-Aktiven und der Biologischen Station.

 

Hier kamen die mit unserem Wiesefix-Gerät (Foto s.u.) geernteten Wildblumensamen zum Einsatz.

 

Ein kleiner Bericht dazu ist auf der Homepage der Biologischen Station: https://www.murnauermoos.de/index.php/aktuelles/139-23-10-2020-magerrasen-fuer-die-station

 

 

Kurzbeitrag in der Sendung Nano

 

Kurzbeitrag in der Sendung nano vom 3. April zum Thema "Strategien gegen Corona" und Auswirkungen auf Vögel

 

LBV-Beitrag ab min 24:28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kamerateam von Herrn Bäumer (BR, rechts) bei den Dreharbeiten mit Michael Schödl

 

 

Jahreshauptversammlung

 

Am Mo., 02. März fand die Jahreshauptversammlung der Regionalgruppe GAP/WM-SOG des Landesbundes für Vogelschutz e.V. (LBV) statt.

 

Als besonderer Gast war Dr. Norbert Schäffer, der 1. Vorsitzende des LBV, anwesend  und berichtete über Aktuelles aus dem LBV.

Neben den Berichten und Ehrungen langjähriger Mitglieder, stand auch die Nachwahl der/des 2. Vorsitzenden auf dem Programm. Es wurde Dr. Knut Neubeck gewählt. Zum Abschluss hielt der 1. Vorsitzende der Regionalgruppe, H.-J. Fünfstück einen Kurz-Vortrag über die gewählten Tiere und Pflanzen des Jahres inklusive dem Vogel des Jahres, der Turteltaube.

 

Dr. Norbert Schäffer

 

Zwei Generationen Vogelschutz in Bayern 

– Dr. Einhard Bezzel wird für 60jährige LBV-Mitgliedschaft geehrt

 

Diese Ehrung persönlich zu überbringen war Dr. Norbert Schäffer, Landesvorsitzender des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., besonders wichtig. War doch Dr. Einhard Bezzel nicht nur Leiter der Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen, sondern auch von 1966-1978 selbst LBV-Landesvorsitzender im damaligen Dreiervorstand. Unter seinem Vorsitz entwickelte sich der LBV vom Vogelschutzverein mit Nistkästen und Voliere zu einem ökologisch denkenden Verband für Arten- und Biotopschutz.          

                                                                                       V.l. Hans-Joachim Fünfstück (Regionalgruppenvorsitzender), Dr. Einhard Bezzel, Dr. Norbert Schäffer.                                                                                                                                                                                                           

Damals hatte der LBV knapp zehntausend Mitglieder. Im Jahr 2019 konnte er das hunderttausendste Mitglied begrüßen. Dass der Vogelschutz in der Gesellschaft angekommen ist, ist auch ein großer Verdienst von Dr. Einhard Bezzel. Noch immer veröffentlicht er jährlich mehrere Vogelbücher, zahlreiche Artikel und hält viele Vorträge. Dabei holt sich der mittlerweile 85jährige viele Informationen bei seinen täglichen Kartiergängen durch Garmisch-Partenkirchen. „Denn nur durch genaues Hinschauen und Langzeituntersuchungen kann man erst ernsthaft Ornithologie betreiben“, so der Vogelexperte im Ruhestand.

 

 

Diese Einstellung teilt Dr. Norbert Schäffer: „Wir haben jetzt schon sehr viele ehrenamtliche Vogelbeobachter, die sich sehr für den Vogelschutz und die Erfassung von guten Vogeldaten im Alpenraum einsetzen. Bei der Fülle der Arten und den großen Herausforderungen, denen sich die Biodiversität bei Artenschwund und Klimakrise ausgesetzt sieht, freuen wir uns über jeden Weiteren der uns beim großen Wissens-Puzzle in den Alpen mithilft“. So konzipiert der LBV gerade Kursprogramme, die das Artenwissen näherbringen sollen. Ziel ist es über ein Langzeitmonitoring die derzeitigen Entwicklungen in der Vogelwelt zu begleiten.

LBV-Aktion für Schwalben

Erfolgreiche LBV-Aktion für Schwalben

 

Obwohl einzelne Rauchschwalben heuer bereits früh anwesend waren, haben unsere Schwalben aufgrund des Kälteeinbruchs im Mai erst sehr spät (ab Juni) angefangen zu brüten. Mittlerweile sind die Jungen ausgeflogen und erfreuen uns mit ihrem Gezwitscher, wenn sie perlschnurartig auf der Stromleitung sitzen - oder - auch nicht mehr? Denn, die beiden Schwalbenarten sind selten geworden und bereits auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten in Bayern zu finden. Die Gründe sind sicherlich vielfältig: Insektenschwund, Gefahren auf dem langen Flug nach Afrika, aber auch die Versiegelung der Landschaft – so fehlt den Schwalben das Baumaterial und geeignete Brutplätze. Rauch- und Mehlschwalbe nutzen ihre Nester jedes Jahr erneut weshalb die Nester ganzjährig geschützt sind. Nicht umsonst gelten sie als Glücksbringer, denn durch ihre Anwesenheit sollen Blitz, Hagel, Sturm und anderes Unheil vom Hof abgewehrt werden. Zudem sind sie nützliche Fliegenvernichter, für jede Brut wird zur Aufzucht der Jungen etwa 1 Kilogramm Insekten verfüttert. Das sind ca. 250.000 Insekten.

 

Mehlschwalben bauen ihre halbkugeligen Nester aus 700 – 1.500 Lehmkügelchen außen an rauen Fassaden unter Dachvorsprüngen direkt unter dem Traufbereich. Die Schwalben holen sich das Baumaterial auf feuchten Wegspuren, in Drecklachen oder unbefestigten Hofplätzen. Diese Stellen dürfen nicht weiter als 300 m entfernt sein, da der Lehm sonst im Flug bereits austrocknet. Wenn Nester nicht gut haften, fallen diese herunter.

 

Schwalbenwinkel mit jungen Rauchschwalben, Foto: Gässler

 

 

Rauchschwalben brüten innen, meist in Ställen. Die Nester sind schalenartig offen. In die Lehmmasse werden Stroh, Heu oder auch Tierhaare eingearbeitet. Die Umstellung auf moderne Laufställe stellt diese Art vor neue Probleme. Diese Ställe sind groß, hell und zugig. Rauchschwalben nisten aber bevorzugt in dunklen, niederen, Zugluft geschützten Ställen, wo sie Absätze, Balken oder Ecken für den Nestbau nutzen. Eine neu entwickelte Nisthilfe, der „Schwalbenwinkel“ ähnelt dem bevorzugten Nistbereich, einen Eck oder Winkel, und soll Rauchschwalben helfen auch in Laufställen zu brüten. 

Um den Schwalben in Sachen Wohnungsbau bei uns im Landkreis unter die Arme zu greifen startete 2019 das Schwalbenprojekt der Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/ Weilheim-Schongau des Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) in den beiden Landkreisen. Es meldeten sich insgesamt 56 interessierte Landwirte und weitere „Schwalbenbesitzer“ (oder solche, die gute Voraussetzungen haben es noch zu werden) bei der ehrenamtlichen Projektleiterin Sonja Gässler um mit den kostenlos zur Verfügung gestellten Nisthilfen ihre Schwalben zu unterstützen. 

 

Möglich wurde das durch 1.000 Euro Projektmittel für „Bürgerengagement“ in Rahmen der LEADER-Förderung der LEADER AG Zugspitzregion. Dabei wurden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landwirten und weiteren Schwalbenbesitzern insgesamt 120 Nisthilfen kostenlos zur Verfügung gestellt. Weitere 230 Nistmöglichkeiten wurden durch eine großzügige Unterstützung der ALLIANZ-Stiftung „Blauer Adler“ über die Vertretung Franz Hagn an Interessenten in den Landkreisen GAP, WM und TÖL abgegeben. 

 

 

von links: Ludwig Köpf und Sonja Gässler, Foto: Mühlbacher

 

Beispiele für erfolgreiche Annahme der Nisthilfen:

 

Die Rauchschwalben-Nisthilfen für Laufställe wurden in einigen Ställen bereits gut angenommen. Im Stall von Familie Köpf in Oberammergau nutzten die Schwalben, zusätzlich zu den bereits vorhandenen Nestern, fünf der acht aufgehängten „Schwalbenwinkel“ zur Brut. Durch den „Schwalbenwinkel“ können in Laufställen, die wenig Brutmöglichkeiten bieten, mehr Schwalben brüten. Außerdem wird damit in Laufställen, wo bisher keine Schwalben waren, die Chance erhöht, dass Schwalben einziehen. 

 

Familie Westenrieder vom Marxhof in Obersöchering hat zehn „Schwalbenwinkel“ in ihrem Laufstall aufgehängt. Vorher brüteten hier keine Schwalben. Dieses Jahr zog ein Rauchschwalben-Paar in einer der Nisthilfen in zwei Bruten jeweils fünf Junge groß. Ein Anfang ist gemacht und nächstes Jahr werden hoffentlich noch mehr Schwalben einziehen.

 

 

Josef Westenrieder und Sonja Gässler mit dem gesamten Nistkastensortiment für Schwalben, Foto: Mühlbacher

 

Auch ein Teil der Kunstnester für Mehlschwalben wurde bereits dieses Jahr zur Brut genutzt. Besonders dort, wo bereits Mehlschwalben brüten ist eine Besiedelung erfolgreich. So kann die Kolonie vergrößert oder runtergefallene Nester ersetzt werden. Bei Familie Köpf sind die Mehlschwalben gleich in die Kunstnester eingezogen. Diese wurden aufgehängt, da im Winter ein Nest heruntergefallen war. Zusätzlich wurde in den vorjährigen Nestern gebrütet, so dass es jetzt mehr Brutpaare als vorher sind. 

 

Als Kulturfolger sind unsere Schwalben auf die Akzeptanz und mittlerweile auch auf die Hilfe durch uns Menschen angewiesen. Das Schwalbenprojekt soll nächstes Jahr weitergeführt werden. Wer sich für den Schwalbenschutz engagieren möchte kann sich beim LBV melden (Tel. 08821/ 73464, gap@lbv.de).  Sind Schwalben bei Ihnen willkommen können sie auch die LBV-Plakette für ihr „schwalbenfreundliches Haus“ bekommen und so für den Schwalbenschutz werben. 

 

EU-INTERREG-Projekt Tirol-Bayern an Gebirgsflüssen

 

Das vor gut einem Jahr begonnene Projekt mit dem Ziel den Besuchern der Gebirgsflüsse die Brutorte von sensiblen Kiesbrütern besser und einfacher kenntlich zu machen, nimmt weiter Gestalt an. Bei einem Treffen in der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen haben sich die Naturparke Karwendel und Tiroler Lech zusammen mit dem LBV und der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen zum gemeinsamen grenzüberschreitenden Vorgehen abgestimmt. 

Für die Besucherlenkung wurden Qualitätsstandards erstellt. Die gemeinsame Kommunikation nach außen wurde weiterentwickelt. Mit Beginn der Brutsaison werden in einigen Bereichen an den Flüssen im gemeinsamen Projektgebiet zwischen Iller und Tiroler Achen Bereiche gekennzeichnet. Die Betroffenen werden derzeit nacheinander informiert und Details mit ihnen abgestimmt. Die Umsetzung erfolgt dann mit Hilfe der Naturschutzwacht, der Ranger des Naturparks Ammergauer Alpen und den Gebietsbetreuern Daniela Feige (Landkreis) und Michael Schödl (LBV).

 

 

Das Projekt wird aus EU-Mitteln (EFRE) des INTERREG-Programms Österreich – Bayern 2014-2020 gefördert. Auf bayerischer Seite übernimmt der Bayerische Naturschutzfonds die Kofinanzierung. Der LBV ist dabei der so genannte LEAD-Partner.

 

Projektpartner Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen – Für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur/ INTERREG-Projekt AB 179 zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit (Von links): Michael Schödl (LBV), Marlene Salchner (Naturpark Tiroler Lech), Hermann Sonntag (Naturpark Karwendel), Axel Kelm (Ranger Landkreis TÖL), Dr. Sabine Tappertzhofen (LBV-Projektleiterin), Yvonne Markl (Naturpark Tiroler Lech), Fabian Unger (LBV), Brigitte Kraft (LBV BGS Schwaben), Sabine Walter (Landratsamt TÖL), Sabine Pröls (LBV), Teresa Müllauer (Naturpark Karwendel)

Zugvögel im Klimawandel

 

Vor einem vollen Saal zeigte der bekannte Ornithologe Prof. Dr. Franz Bairlein (auf dem Foto links neben LBV-Regionalvorsitzenden Hans-Joachim Fünfstück), Direktor der Vogelwarte Helgoland in Wilhelmshaven, in seinem Vortrag im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, wie sich die Klimaerwärmung auf das faszinierende Phänomen „Vogelzug“ auswirkt. 

Die biologischen Effekte des Klimawandels sind schwer zu erfassen, da für viele Tier- und Pflanzenarten keine Langzeituntersuchungen vorhanden sind. „Am einfachsten ist das noch beim Obstanbau, wo man lange Zeitreihen über den Beginn der Obstbaumblüte hat“, so Bayerlein. Vögel sind wohl darüber hinaus die am besten untersuchte Tiergruppe. Sie begeistern viele Menschen, sind rel. einfach zu erfassen und durch eine systematische Beobachtung eignen sie sich gut als Bioindikatoren. 

Die Zugvögel – ob Lang- oder Kurzstreckenzieher – kommen immer früher ins Brutgebiet zurück. Ursachen für die Kurzstreckenzieher ist dabei die durch Klimawandel direkt bedingte Zunahme der Frühlingsmitteltemperatur bei uns. Die treibende Kraft für die Langstreckenzieher liegt in der veränderten Nordatlantischen Oszillation, hängt also mit der großräumigen Veränderung zusammen.

 

Was bedeutet eine frühere Ankunft bei uns? Dadurch werden früher die Eier abgelegt und die Jungen schlüpfen früher. In vielen Fällen hat das – vereinfacht ausgedrückt – die Folge, dass die auf die Insektenentwicklung angepasste Jungenaufzucht eben nicht mehr dann stattfindet, wenn die Nahrung verfügbar ist.

Dies konnte man für 117 Arten bestätigen. 

Ein Zugvogel hat einen sehr komplexen Jahreszyklus. Die Lebensräume im Brutgebiet müssen für die Jungenaufzucht passen. Auf dem Zug brauchen die Vögel an den Schlüsselstellen nahrungsreiche Rastgebiete für ein „Auftanken,“ z.B. zur Überquerung der Wüste auf dem Weg nach Zentral-/ Südafrika. In den Überwinterungsgebieten benötigen sie gute Bedingungen, um sich für die Rückzug zu uns fit zu halten. Wenn nur eines dieser Gebiete ausfällt, hat das große Auswirkungen auf das Überleben des Einzelnen, aber auch der ganzen Population.

Momentan gibt es große Veränderungen: Die Insekten im Brutgebiet bei uns nehmen drastisch ab. Die Rastgebiete in Nordafrika verändern und intensivieren ihre Nutzung. In den Überwinterungsgebieten gibt es große landwirtschaftlich Umstrukturierungen und auch die Ausweitung von Dürren.

Der Schutz auf all diesen Ebenen ist eine Mammutaufgabe für den Vogelschutz.

Packen wir es an.

Fotos: Schödl