LBV-Flächen für die Natur

Nach dem Zusammenschluss der beiden Kreisgruppen zur Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau wurde der Wunsch geäußert, mehr Flächen selbst zu pflegen. Da die EU-Landwirtschaftsreform für 2015 neue Richtlinien brachte, war dies der Zeitpunkt, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.

Bisher hatten – bei 82 Hektar LBV-Grundbesitz – wenige Ehrenamtler eine steile Fläche mit 0,33 Hektar in Garmisch-Partenkirchen dauerhaft einmal im Sommer gemäht. Die Geschäftsstelle hat mit Zivildienstleistenden oder Praktikanten weitere kleine Flächen bearbeitet, um dort gezielt Arten zu fördern.

Praktikant Johannes Preindl beim Mähen (Foto. Schödl)
Praktikant Johannes Preindl beim Mähen (Foto. Schödl)

Die neuen Richtlinien fordern nur noch zweimalige Mahd im Fünfjahreszeitraum und lassen 20% Brachfläche innerhalb des Mähbereiches zu (die langfristig nicht zuwachsen darf). Das ist für uns machbar, deshalb haben wir ab 2015 etwas mehr als 5 Hektar im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) beantragt. Damit hat sich die eigen gepflegte Fläche verfünfzehnfacht!

 

Legendär war der Satz eines Bekannten: „Warum macht Ihr Euch eigentlich diese Arbeit mit den Flächen? Ihr habt doch eh schon genug zu tun….“ Nun ja, wer nicht selbst mitgemacht hat, kann nicht verstehen wie hart es ist, die historisch gewachsene extensive Kulturlandschaft zu erhalten. Für deren Erhalt setzen wir uns lautstark ein, aber Theorie und Praxis sind oft unterschiedlich. Kein Wunder, dass diese Form der Landbewirtschaftung vom Aussterben bedroht ist, weil die junge Landwirtsgeneration lieber auf riesigen Fahrzeugen riesige Flächen bewirtschaften möchte. Das Verstehen bringt uns dazu, das zu schätzen, was wenige Landwirte noch für uns und den Artenschutz leisten.

 

Eigene Bewirtschaftung heißt aber auch besondere Funktionen zur Förderung der Wiesenbrüter, Amphibien, Heuschrecken, Fledermäuse etc. gezielt ausprobieren zu können. Der Aufwand dafür geht weit über das normale VNP hinaus und ist überhaupt nicht wirtschaftlich. Ein Beispiel: mit vielen Helfern kann man beim Zusammenrechen und Heuwenden auf Schwader verzichten. So überleben mehr Kleinlebewesen die Mahd. Der LBV ist auch auf die Bezahlung der Flächenpflege nicht existenziell angewiesen. Deshalb müssen wir auch nicht dann mähen, wenn alle anderen zu Beginn des Schnittzeitpunktes die Flächen bewirtschaften. Wir mähen auch nicht jährlich. So entstehen Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen.

 

Von den fünf beantragten Hektar konnten v.a. wegen des langanhaltend guten Wetters im Herbst 2015 die Hälfte gemäht und das Material mit Hilfe von Landwirten verwertet werden. Die Mithilfe von Ehrenamtlern war sehr wertvoll. Manchmal ist aber wetterbedingt schnelles Handeln notwendig, um das Material trocken einzubringen. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit und ein relativ hoher Koordinationsaufwand mit und für die Geschäftsstelle nötig, weil nur wenige Helfer zeitlich so flexibel sind.

 

2016 werden wir wieder im Juli und September in Garmisch-Partenkirchen und Ohlstadt tätig. Falls Sie Lust haben mitzuhelfen, melden Sie sich einfach in der LBV-Geschäftsstelle.

Hier werden wir heuer im Herbst tätig - im Niedermoos bei Ohlstadt (Foto: Schödl)
Hier werden wir heuer im Herbst tätig - im Niedermoos bei Ohlstadt (Foto: Schödl)

Wie kann man mitmachen?

Entbuschungsaktion im Oberammergauer Wiesmahd 2015 (Foto: Schödl)
Entbuschungsaktion im Oberammergauer Wiesmahd 2015 (Foto: Schödl)

Wenn sie Lust haben beim Zusammenrechen und Abtransport des Mähguts zu helfen, oder die Entbuschung von zuwachsenden Flächen zu unterstützen melden Sie sich bitte bei der LBV-Geschäftsstelle.

Michael Schödl ist für die Arbeitseinsätze zuständig.

Brigitte Wegmann pflegt die Liste der Aktiven.

Bitte geben Sie besondere Qualifikationen (Motorsägenschein, usw.) aber auch Einschränkungen - Allergien, Probleme schwere Dinge zu tragen etc. - an, damit wir sie nach ihren Stärken einsetzen können.

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