Die Beobachtung von Felsbrütern hat beim LBV eine lange Tradition

 

Seit Jahrzehnten erfassen die Aktiven der LBV-Kreisgruppe im Landkreis und darüber hinaus Felsbrüter, vor allem Steinadler, Wanderfalke und Uhu. Dabei schauen wir, ob Horste besetzt sind, ob Jungvögel schlüpfen bzw. ausfliegen. Das ist sehr zeitintensiv, aber bei diesen spannenden Vogelarten – die im Horstbereich störempfindlich sind – ist es wichtig den Bruterfolg über Jahre zu verfolgen. Nur so kann man herausfinden, ob z.B. ein Brutplatz durch Störungen beeinflusst wird.

Wir suchen auch Mithelfer bei den Erfassungen. Dabei müssen die erhobenen Daten aber auch vertraulich behandelt werden. Denn es gibt auch heute immer noch Probleme mit Aushorstungen oder Neugierigen am Nest.

Steinadler

Steinadler (Foto: Fünfstück)
Steinadler (Foto: Fünfstück)

Dieser imposante Greifvogel ist in den Gebirgslagen unseres Landkreises flächendeckend anwesend. Allerdings haben die Steinadler bei uns am Nordalpenrand meist eine vergleichsweise geringe Anzahl an Jungvögeln. Das mag mit der leichteren Erreichbarkeit von Horstbereichen, die höheren Anzahl an Erholungssuchenden aus den bayerischen Ballungsgebieten, dem Klima, der geringeren Nahrungsverfügbarkeit aufgrund eines höheren Waldanteils und weiteren Faktoren zusammenhängen.
Die LBV-Kreisgruppe unterstützte über Jahrzehnte das „Artenhilfsprogramm Steinadler“. In der Regel wurden 10 Reviere betreut und die Daten dem  Landesamt für Umwelt, Staatliche Vogelschutzwarte zur Verfügung gestellt. Damit wurde die Bestandsentwicklung überwacht. Außerdem wurden und werden noch die Horstbereiche im Rahmen einer Vereinbarung mit militärischen und anderen Flugverbänden zeitweilig für das Befliegen gesperrt, wenn diese besetzt waren.
Dieses Artenhilfsprogramm wurde 2012 eingestellt. Trotzdem sammeln wir weiterhin die Daten, um auch in Zukunft die Entwicklungen fachlich begleiten zu können.

Wanderfalke

Wanderfalke (Foto: Fünfstück)
Wanderfalke (Foto: Fünfstück)

Der Wanderfalke hat in Bayern eine Erfolgsgeschichte erlebt. Nach dem großen Einbruch ab den 1950er Jahren in ganz Europa, konnten die Bestände seit den 1970er Jahren mit erheblichen Schutzbemühungen an den Horsten in Bayern bzw. Deutschland annähernd auf die frühere Größe angehoben werden. Einen Beitrag dazu konnte auch die LBV-Kreisgruppe im „Artenhilfsprogramm Wanderfalke“ leisten. Nach dem guten Erfolg wurde das Artenhilfsprogramm 2009 Jahren eingestellt.
Ulrich Buntfuss koordiniert für den LBV die Kartierung und die Daten. Wir kümmern und weiterhin jährlich um etwa  20 Reviere.

Uhu

Junguhus (Foto: Fünfstück)
Junguhus (Foto: Fünfstück)

Die größte Eule der Welt verbringt ihr Leben großteils in der Nacht. Uhus sind schwer zu erfassen. Manchmal bemerkt man sie lange nicht, obwohl sie anwesend sind.
Die LBV-Kreisgruppe kümmert sich seit Jahren um mehr als 10 Reviere. Nachdem dem Uhu in ganz Mitteleuropa Mitte der 1950er Jahre durch Verfolgung ein ähnlicher Bestandszusammenbruch ereilte, wie den Wanderfalken, konnte er sich im Alpenraum etwas besser halten. Durch viele Schutzbemühungen gelang ebenfalls eine Bestandserholung, so dass heute eine Verbreitung in lange unbesetzte Gebiete festzustellen ist. Deshalb wurden einige langjährige Reviere bei uns nicht mehr besetzt. Allerdings tauchen auch immer wieder Brutpaare in Bereichen auf, die uns bisher nicht bekannt waren. Deshalb freuen wir uns über jede „sichere“ Meldung von gesehenen oder gehörten Uhus.

Wie kann man mitmachen?

Wenn sie Lust haben bei den Erfassungsaktionen mitzumachen melden Sie sich beim LBV-Alpenreferenten Michael Schödl.

Hans-Joachim Fünfstück, Ulrich Buntfuss, Franz Weindl, Martin Kleiner und Thomas Guggemoos sind für die Koordination der Datenerfassung zuständig.

Ein Vorwissen über Greifvögel ist sehr hilfreich. Felsbrüterschutz ist Vertrauenssache. Die Koordinatoren werden zum besseren Kennenlernen und Erfahrungsaustausch persönlich mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Optische Ausrüstung, wie Fernglas und Spektiv erleichtern die Teilnahme bei den Aktionen.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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