Eimer voller Erdkröten, rechts unten Grasfrosch (Foto: Schödl)
Eimer voller Erdkröten, rechts unten Grasfrosch (Foto: Schödl)
Erdkröte im Laichgewässer (Foto: Schödl)
Erdkröte im Laichgewässer (Foto: Schödl)

Helfen Amphibien zu schützen

 

Seit 30 Jahren hilft der LBV am Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen den Amphibien. Aus der Betreuung von einem Zaun  mit Eimern und einer Beckeneinfassung sind über die Jahre durch den Umbau des Kainzenbads zu einem Schneekanonenspeicherteich und die Überleitung der Kanker in die Partnach immer mehr Aufgaben dazu gekommen.

 

Deshalb stellen wir nach der Schneeschmelze ca. 250m Zaun am Kainzenbad auf. Weitere 200m werden hinter dem Krankenhaus angebracht. Die Kankerüberleitung wird kontrolliert, weil ein Großteil der Amphibien - hier kommen Bergmolch, Erdkröte und Grasfrosch vor - bei der Hin- oder Rückwanderung zum Laichgewässer Kainzenbad über Gräben in die Überleitung eingespült werden. Daraus können sie nur schwer wieder entkommen. Bestenfalls finden sie sich in der Partnach in einigen Kilometern Entfernung wieder. Viele Amphibien kommen aber dabei auch um.

 

Die an den Zäunen und in der Überleitung abgesammelten Amphibien werden in ein Ersatzbiotop gebracht. Beim Grasfrosch funktioniert das mittlerweile gut. Die Masse an Grasfröschen laicht schon direkt im Ersatzbiotop ab. Molche finden im Umfeld des Kainzenbads Winterquartiere. Sie wandern direkt ins Bad. Die weiter wandernden Erdkröten haben aber viele Gefahrenstellen zu überwinden. In den gesamten Zeit konnten wir rund 34.297 Amphibien absammeln.

 

 

Anzahl gesammelter Amphibien seit 1982 (Grafik: Schödl)
Anzahl gesammelter Amphibien seit 1982 (Grafik: Schödl)

Murnauer Moos - Grafenaschau

Erdkröten am Zaun (Foto: Schödl)
Erdkröten am Zaun (Foto: Schödl)
Aktive beim Zaunbau in Grafenaschau (Foto: Klöck)
Aktive beim Zaunbau in Grafenaschau (Foto: Klöck)

 

2016 haben wir bei Grafenaschau begonnen die Gefahrenstellen auf einer 6km langen Straße am Rand des Murnauer Mooses zu entschärfen. An Schwerpunkten wurde versucht mit Zäunen die Amphibien durch bestehende Unterquerungen durchzuleiten. Nach einem ersten "Lehrjahr" können wir im nächsten Jahr gezielter daran weiterarbeiten. Einen kurzen Beitrag in der Abendschau finden Sie hier - hauptsächlich dreht es sich dabei um den Kammmolch.

 

 

Fast alle Teilnehmer bei der Unken-Tümpel-Ation im Herbst 2015: Revierleiter, LBV-Aktive, Asylbewerber und Hohenpeißenberger LBV-Kindergruppe
Fast alle Teilnehmer bei der Unken-Tümpel-Ation im Herbst 2015: Revierleiter, LBV-Aktive, Asylbewerber und Hohenpeißenberger LBV-Kindergruppe

Hilfe für die Gelbbauchunke

Gelbbauchunke (alle Fotos: Schödl)
Gelbbauchunke (alle Fotos: Schödl)
Bei der ersten Aktion halfen pakistanische Asylbewerber.
Mai 2016: Beim Eintreten des Lehms ....
... und mit dem fertigen Tümpel.

 

Im letzten Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit der Bayer. Staatsforstverwaltung - Revierleiter Hans-Peter Schöler - in einer Kiesgrube an der Ammer Tümpel für die Gelbbauchunke angelegt. Ziel war die in den Pfützen auf dem Weg oder in der Kiesgrube vorkommenden Unken vor dem Überfahren zu schützen. Die BaySF hat Gruben in einem Kiesdamm vorbaggern lassen und wir haben sie in einer großen Aktion flach gemacht und mit Lehm ausgekleidet.

Leider war das Material mit sehr viel Sand versetzt, so dass die Lehmschicht über den Winter aufriss. Momentan waren also nur trockene Tümpel vorhanden. Bei einer zweiten Aktion haben wir erneut (besseren) Lehm vom Weihergrundstück von Alexandra Rieg herantransportiert und nach erneuten Verdichtung, werden die Tümpel ihren Zweck nun erfüllen.

Erste Unken wurden schon gesichtet und den neusten Artikel dazu lesen Sie hier.

 

 

Wie kann man mitmachen?

Wenn sie Lust haben beim Auf- und Abbau der Zäune mitzuhelfen, oder die Absammlung der Amphibien aus den Eimern am Kainzenbad zu unterstützen, melden Sie sich in der LBV Geschäftsstelle (gap@lbv.de). Wir nehmen Sie in den email-Verteiler auf und benachrichtigen Sie bei Einsätzen.

Brigitte Wegmann koordiniert die Einsätze, v.a. auch die Absammlungen.

Ein Vorwissen über Amphibien ist hilfreich, aber nicht notwendig. Das lernt man bei den Einsätzen. Zum Auf- und Abbau sollte man leichte Gegenstände heben und beim Zaunbau mithelfen können.

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